KI-gestützte Schulterluxations-Analyse im MRT und auf Röntgen. Erkennung von Hill-Sachs-Läsionen, Bankart-Frakturen und Kapselverletzungen, die zur Instabilität beitragen. Multi-Modell-Analyse zur Rezidivrisikobewertung.
Das Schultergelenk (Glenohumeralgelenk) ist das am häufigsten luxierte große Gelenk. Anteriore Luxationen machen etwa 95 % der Fälle aus. Bildgebung nach einer Luxation beurteilt assoziierte Verletzungen – darunter Hill-Sachs-Läsionen (Impressionsfrakturen des posterolateralen Humeruskopfs), Bankart-Läsionen (Labrumausrisse), glenoidalen Knochenverlust und Rotatorenmanschettenrisse. Unser KI-Konsortium bewertet sowohl ossäre als auch Weichteilläsionen für eine umfassende Postluxationsbeurteilung mit Relevanz für Rezidivrisiko und Therapieplanung.
Eine Hill-Sachs-Läsion ist eine posterosuperior Impaktionsfraktur des Humeruskopfes, die entsteht, wenn er beim anterioren Schulterausrenken den vorderen Glenoidrand kontaktiert. Sie zeigt sich im axialen MRT oder CT als keilförmige kortikale Depression am posterosuperiorenHumeruskopf und ist am besten auf axialen T2-FS-Bildern oder CT mit 3D-Rekonstruktion zu sehen. Eine Bankart-Läsion ist die komplementäre Verletzung — eine anteroinferior Labrum-Avulsion mit oder ohne anhaftendes knöchernes Fragment (knöcherne Bankart). MR-Arthrogram zeigt die Weichteil-Bankart-Läsion am besten als Kontrastmitteleinfluss in die Labrum-Ablösung auf axialen Bildern. Die Kombination einer großen engagierenden Hill-Sachs-Läsion und eines signifikanten knöchernen Bankart-Defekts erhöht das Rezidivinstabilitätsrisiko und beeinflusst die chirurgische Planung.
Das Rezidivrisiko nach erstmaliger anteriorer Schulterauskugelung ist stark altersabhängig. Patienten unter 20 Jahren haben Rezidivraten von 80–90 %, während über 40-Jährige Raten unter 15 % aufweisen, was teilweise auf gleichzeitige Rotatorenmanschettenrisse zurückzuführen ist, die das Gelenk stabilisieren. Hochbelastete Sportler und Militärangehörige haben ähnlich erhöhte Rezidivrisiken. Frühe chirurgische Stabilisierung mit arthroskopischer Bankart-Reparatur wird zunehmend bei jungen aktiven Personen nach erstmaliger Luxation empfohlen.
Das Latarjet-Verfahren — Transfer des Korakoid-Fortsatzes mit seinem Conjoint-Tendon zum anterioren Glenoid — wird bevorzugt, wenn anteriorer Glenoid-Knochenverlust ca. 20–25 % der Glenoidoberfläche überschreitet oder eine Hill-Sachs-Läsion eine Off-track-Bipolar-Läsion erzeugt. CT mit 3D-Subtraktionsrekonstruktion oder MRT quantifiziert den Glenoid-Knochenverlust am besten. Das Latarjet bietet dreifach stabilisierenden Effekt: knöcherne Augmentation, Schlinge-Effekt des Conjoint-Tendons und Kapsulorrhaphie.
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